Didaktik der Chemie
Feedback to Learn - F2L
Impact of Affective and Informative Feedback on Learning in Children Before and After A Reattribution Training:
An Integrated Approach Using Neuroimaging, Educational Research and Modelling
Obwohl sich viele empirische Studien mit der Rolle von Feedback im Lehr- und Lernprozess beschäftigen, gibt es derzeit für Lehrerinnen und Lehrer noch keine klaren Erkenntnisse oder Orientierungshilfen, welche Art von Feedback im Unterricht zu welchem Zeitpunkt eingesetzt werden sollte. In unserer vorausgehenden Studie haben wir den Einfluss von positiven und negativen Fehlerrückmeldungen auf das Lernen und die damit verbundene neurale Aktivierung bei Kindern untersucht.
Im Zentrum des vorliegenden Projektantrags steht die Untersuchungsfrage, wie sich affektive und informative Komponenten von positivem und negativem Feedback auf die Lernleistung auswirken und welche Hirnaktivitäten mit diesem Feedback verbunden sind. Darüber hinaus möchten wir erkunden, ob diese Effekte im Zusammenhang mit interindividuellen Unterschieden stehen und durch ein Reattributionstraining, dessen Ziel es ist, ungünstige Ursachenzuschreibungen für Fehler zu verändern, beeinflusst werden können.
250 Kinder sollen vor und nach einem Reattributionstraining mit zwei Lernparadigmen untersucht werden. Die Lernparadigmen beinhalten die Zuordnung von chemischen Strukturen und Modellen zu entsprechenden Namen. Der affektive und informative Gehalt des Feedbacks wird in den Paradigmen manipuliert. Lernen und feedback-assoziierte Hirnaktivitäten sollen in Abhängigkeit von diesen Feedbackmanipulationen und dem Reattributionstraining untersucht werden. Darüber hinaus soll die Rolle interindividueller Unterschiede in diesem Zusammenhang erfasst werden.
Die Untersuchungen werden durch einen Modellierungsansatz ergänzt, dessen Ziel es ist, Verhalten und neurale Daten auf einer individuellen Ebene vorherzusagen. Die von uns eingesetzten Lernparadigmen spiegeln institutionalisiertes Lernen im Chemieunterricht für Anfänger wieder. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Ergebnisse auf alle Lernarrangements übertragen lassen, in denen regelgeleitetes assoziatives Lernen eine Rolle spielt.