Didaktik der Chemie

BildChemie im Kontext

Chemie im Kontext ist einer der Schwerpunkte der Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten der Chemiedidaktik in Oldenburg. Und das bereits seit fast zehn Jahren: in Oldenburg findet sich der Ursprung der Unterrichtskonzeption Chemie im Kontext; seit 1997 wurden hier in Anlehnung an das englische Chemiecurriculum „Salters Advanced Chemistry Course“ neue Themen und Kontexte für den Chemieunterricht aufbereitet und erste Kontext-Unterrichtseinheiten entwickelt.

 

BMBFGefördert durch:
Bundesministerium für Bildung und Forschung



Die Konzeption

Die Unterrichtskonzeption Chemie im Kontext basiert auf drei gleichberechtigten Säulen:

- Inhalt und Leitfaden des Unterrichts sind für die Lernenden relevante Kontexte, die überBild die Bearbeitung kontextbezogener Fragestellungen zur Einführung und Anwendung chemischer Fachinhalte führen.

- Die so zunächst exemplarisch erarbeiteten Fachinhalte werden zu wenigen zentralen Basiskonzepten der Chemie vernetzt, die in nachfolgenden Kontexten immer wieder aufgegriffen, angewandt, erweitert und geübt werden.

- Die Berücksichtigung eines möglichst eigenständigen Lernens und der Aufbau und die Sicherung eines grundlegenden Konzeptverständnisses erfordert eine Vielfalt unterschiedlicher Unterrichtsmethoden.

 

Chemie im Kontext geht in die Schule

Gegenwärtig wird Chemie im Kontext in Kooperation mit den Universitäten in Kiel (Leibniz Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften, Arbeitskreis Prof. Demuth), Dortmund (Arbeitskreis Prof. Ralle) und Wuppertal (Arbeitskreis Prof. Gräsel) weiter entwickelt, verbreitet und evaluiert. In der Zeit von 2002 bis 2005 wurde im Rahmen eines vom BMBF geförderten Forschungsprojekts die Umsetzung von Chemie im Kontext in der Schulpraxis erprobt. Dazu wurden in zwölf Bundesländern regionale Arbeitsgruppen aus Lehrkräften und Fachdidaktikern aufgebaut, die der Konzeption folgend eigenes Unterrichtsmaterial entwickelt und erprobt haben. Seit 2005 wird in 14 Bundesländern in einem zweiten Projekt erforscht, wie es gelingen kann, solche innovativen Ansätze langfristig in der Schulpraxis und konkreter in den jeweiligen Aus- und Fortbildungsstrukturen zu verankern. Zudem wurde im Rahmen dieses zweiten Projekts verstärkt untersucht, inwieweit Chemie im Kontext hilfreich bei der Bewältigung aktueller bildungspolitischer Anforderungen (Bildungsstandards, neue Aufgabenkultur, Ganztagsschule) sein kann. Ausführliche Informationen zu diesen Projekten finden sich auf der ChiK-Homepage.
Im Rahmen eines von der DFG geförderten Projekts wird ergänzend untersucht, wie Fortbildungsveranstaltungen optimiert werden können, damit diese für Lehrkräfte ertragreicher sind und sich die Inhalte entsprechend stärker auf den Unterricht der teilnehmenden Lehrkräfte auswirken. Schließlich wurde in Zusammenarbeit mit dem Cornelsen Verlag und einem großen Autorenteam aus dem gesamten Bundesgebiet ein Oberstufenlehrwerk verfasst. Das besondere an diesem Buch ist, dass sich das Buch nicht an der Fachsystematik, sondern an lebensweltlichen Themen orientiert. Erst bei der Erarbeitung der Hintergründe dieser Themen kommen fachchemische Inhalte ins Spiel, die aus zusätzlichem Material erschlossen werden können und zudem in einem zweiten Buchteil systematisch aufbereitet wurden.

 

Unterrichtspraxis wird CHiK

Ein wichtiges Element eines erfolgreichen Transfers der Unterrichtskonzeption Chemie im Kontext in die Praxis ist die Verknüpfung dieser mit anderen Entwicklungen der Schul- und Bildungspolitik. Hier widmen wir uns an der Chemiedidaktik in Oldenburg in Forschungsprojekten insbesondere den folgenden Punkten:

 

Mitarbeiter von Chemie im Kontext in Oldenburg

Folgende Mitarbeiter der Chemiedidaktik in Oldenburg sind am Projekt Chemie im Kontext beteiligt:

 

 Prof. Dr. Ilka Parchmann Projektleitung, Lehrwerksautorin, konzeptionelle Weiterentwicklung, Betreuung von Lehrergruppen, Fortbildungsveranstaltungen


 Prof. Dr. Julia Michaelis
Fortbildungsveranstaltungen


 Dr. Jürgen Menthe Betreuung von Lehrergruppen, Fortbildungsveranstaltungen, Lehrwerksautor, Unterrichtsmaterial


 Dr. Heike Pöpken Lehrwerksautorin, schulische Erprobung und Mitwirkung in der Lehrerausbildung


 Martin Fach Aufgabenentwicklung, Unterrichtsmaterial


 Wilhelm Kandt Betreuung von Lehrergruppen, Aufgabenentwicklung


 Dieter Schmidt Lehrwerksautor, Lernmethoden
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Kooperationspartner

Universitäten:

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IPN-Kiel, Arbeitsgruppe Didaktik für Chemie (Prof. Dr. Reinhard Demuth)

 

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Universität Dortmund, Lehrstuhl Didaktik für Chemie 1 (Prof. Dr. Bernd Ralle) 

 

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Universität Wuppertal, Lehr-, Lern- und Unterrichtsforschung (Prof. Dr. Cornelia Gräsel)

 

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University of York, Department of educational studies (Dr. Judith Bennett) 

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Rijksuniversiteit Groningen, Education and Communication (Dr. Jan Apotheker) 

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Universiteit Utrecht,  Freudenthal Institute for Science and Mathematics Education, Depertment of Natural Sciences (Prof. Dr. Albert Pilot, Dr. Astrid Bulte)

 

 

Schulsets in Niedersachsen:

SET 2 Nienburg (Koordinator: Eberhard Reineking)

SET 3 Oldenburg (Koordinator: Detlef Rebentisch)

 

Die wichtigsten Veröffentlichungen:

Reinhard Demuth, Cornelia Gräsel, Ilka Parchmann, Bernd Ralle (2008): "Chemie im Kontext – Von der Innovation zur nachhaltigen Verbreitung eines Unterrichtskonzepts", Münster: Waxmann.

Ilka Parchmann, Cornelia Gräsel, Anja Baer, Peter Nentwig, Reinhard Demuth, Bernd Ralle und die ChiK-Gruppe (2006): "'Chemie im Kontext': A symbiotic implementation of a context-based teaching and learning approach", International Journal of Science Education, 28, 9, 1041-1062

Ilka Parchmann, Reinhard Demuth, Bernd Ralle, Antje Paschmann, Heike Huntemann (2001, unter Mitarbeit von Bodo Krilla, Wolfgang Bünder und Peter Nentwig): "Chemie im Kontext - Begründung und Realisierung eines Lernens in sinnstiftenden Kontexten", PdN-CidS, 50, 1, 2-7 

Ilka Parchmann, Bernd Ralle, Reinhard Demuth (2000): "Chemie im Kontext - Eine Konzeption zum AUfbau und zur Aktivierung fachsystematischer Strukturen in lebensweltorientierten Fragestellungen", MNU, 53, 3, 132-137